Tuesday, February 18, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 10 / ein Rätsel zum Abschluss

Heute werden wir die Zettel vergleichen (siehe ersten Post)! Marlene ist noch unterwegs, aber morgen wissen wir Bescheid.

Falls noch irgendjemand die Umfrage verpasst haben sollte, bitte abstimmen!

Für all jene, die sich nicht genau entscheiden können, ob es nicht doch einen deutlichen Unterschied gibt, oder nicht wissen, wie sie das Wort „deutlich“ verstehen sollen, oder glauben, dass die Umfrage ein Tip auf eine der beiden Gruppen sein sollte, denen möchte ich dieses Rätsel ans Herz legen…

Ordne die Gruppen A, B und „1.7“ folgenden Detailaufnahmen zu:


Sollte jemand behaupten, dass er/sie das schafft, ziehe ich in Betracht, an übersinnliche Fähigkeiten zu glauben – würde davor aber gern noch ein paar andere Studien machen ;)

Keine gute Umfrage

Ich denke, die laufende Umfrage war nicht gut angelegt. Ich hätte von vornherein das Rätsel mit einbauen sollen. Die zweite Umfrage verleitet nämlich Leute, die bei der ersten Umfrage auf die Hypothese getippt haben, dazu, darauf zu „tippen“, dass eine Gruppe schwächer aussieht als die andere (obwohl das für andere vielleicht überhaupt nicht klar ist). Durch das Tippen hat man jedenfalls eine gute Chance „recht zu behalten“ und es nicht auf sich nehmen zu müssen, seine Meinung zu ändern.

Dadurch, dass wir zwei Gruppen zu jeweils drei Pflanzen gemacht haben, ist es nur natürlich, dass eine Gruppe schwächer wirkt, als die andere, sobald die Pflanzen unterschiedlich ausschauen. Wenn wir alle sechs Pflanzen ihrem Erscheinungsbild nach sortieren (z.B. von fit bis schwach) und zufällig den Gruppen zuordnen, dann ist es zwingendermaßen so, dass in einer von beiden Gruppen entweder drei oder zwei schwache Pflanzen landen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das die Gruppe ist, die mit MWW gegossen worden ist, liegt dann bei 50%. Das ist besser als jeder Tip beim Roulette.

Wenn man die Pflanzen aber nicht als Ganzes betrachtet, sondern Details daraus und vor allem verschweigt, zu welchen Gruppen diese gehören, wird es schwerer. So stellt man auch eine Art „Verblindung“ her, und dadurch können wir noch sicherer sein, dass wir uns nicht durch unsere Vorannahmen täuschen lassen. Natürlich gehören auch die Details zu den Pflanzen, aber diese haben auch in sich – nicht nur untereinander – einiges an Variation.

Monday, February 17, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 9 / Interpretation

Morgen werden wir auflösen, welche Gruppe mit MWW behandelt worden ist und das werde ich dann am Mittwoch gemeinsam mit den Umfrageergebnissen bekanntgeben.

Apropos Umfrage! (klick)

Aber wie soll man das Ergebnis letztlich interpretieren? Eigentlich sollte es doch ganz einfach sein:
Wenn die Hypothese zutrifft (dass also eine Gruppe deutlich verwelkt ist), hat man den Beweis, dass MWW für Basilikum schädlich ist, und wenn die Hypothese verworfen werden muss (weil beide Gruppen nicht verwelkt sind), hat man den Beweis, dass Basilikum MWW verträgt. Oder?
Nein. Weder noch. Da gibt einige prinzipielle Probleme. Auch wenn wir für dieses Experiment mehr Pflanzen verwendet, und die Umstände möglichst optimiert haben, kann man seriöserweise nicht eine immer und überall gültige Antwort liefern. Der Grund ist, dass niemand von uns alle möglichen Umstände kontrollieren und kennen kann, die möglicherweise zu unserem Ergebnis führen, egal wie es ausgeht. Einige Bedingungen könnte man dadurch verbessern, indem man z.B. mehr Pflanzen verwendet, oder die Umstände stärker kontrolliert (z.B. Standort, Gießzeit, Zimmertemperatur, Überwachungskamera…). Andere Bedingungen kann man nur schwer bis gar nicht kontrollieren (Bedingungen im Zuchtbetrieb…), und wieder andere Bedingungen werden vielleicht niemals als solche erkannt (Unerkannte Giftstoffe in der Flasche, Verwechslung bei der Verblindung…).

Wenn sich beide Gruppen deutlich unterscheiden – bzw. wenn die Gruppe, die mit MWW behandelt worden ist, schwächer ist – kann es z.B. sein, dass…

… genau alle Kandidaten einer Gruppe zufällig schon vorher krank oder schwach waren.
… die ungünstigen (z.B. kälteren) Standorte ausgerechnet genau dann besonders ungünstig waren, als die fraglichen Pflanzen dort gestanden sind.
… in der Mikrowelle oder in der Flasche andere Giftstoffe waren, die dann in das Wasser gelangt sind.
… jemand von den Versuchshelfern – oder beide – unehrlich waren, und dieses Ergebnis provozieren wollten oder es verfälscht haben.
… Basilikum ein Bewusstsein und Röntgenblick hat und mitbekommen hat, womit es gegossen wird und vor lauter Angst den Lebensmut verloren hat.
… kleine Kobolde wussten, welche Gruppe mit MWW gegossen wird und aus reiner Bosheit das Ergebnis verfälscht haben.

Wenn sich die Gruppen nicht deutlich unterscheiden, kann es z.B. sein, dass…

… sie sich doch unterscheiden, nur nicht äußerlich. Z.B. könnten die Zellen eine völlig andere Form angenommen haben, was man äußerlich nicht bemerkt.
… das Experiment viel länger durchgeführt werden müsste, damit das Ergebnis deutlich wird.
… sich die Versuchshelfer geirrt haben, und immer wieder die Flaschen vertauscht haben.
… jemand von den Versuchshelfern – oder beide – unehrlich waren, und dieses Ergebnis provozieren wollten oder es verfälscht haben.
… die Mikrowelle einen Defekt hat, und sie mit völlig anderen – uns unbekannten, harmlosen – Strahlen das Wasser erwärmt hat.
… kleine Elfen wussten, welche Gruppe mit MWW gegossen wird und aus Mitleid das MWW entgiftet haben, bevor damit gegossen wurde.

Und und und… die Liste könnte man beliebig erweitern. Natürlich könnte jede einzelne Bedingung zutreffen. Was aber entscheidend ist, ist für wie wahrscheinlich wir diese Bedingungen halten. Natürlich muss man erst einmal an Kobolde glauben, um für wahrscheinlich zu halten, dass diese das Ergebnis manipuliert haben. Und für Leute, die Marlene oder mich schon öfter bei Lug und Trug erwischt haben sollten, wird es wohl eher wahrscheinlich sein, dass wir bei diesem Experiment getrickst haben. Ich formuliere das bewusst nicht so, dass es entscheidend ist, wie wahrscheinlich diese Bedingungen sind, weil es viel wichtiger ist, was man selber glaubt, warum diese Bedingungen ein gutes Argument sein sollten, dass man ein Ergebnis anzweifelt.

Ich finde, diesen Gedanken kann ich nicht genug betonen. Weil der eigene Glaube, bzw. die Erwartungshaltung an etwas, ist das, was uns am meisten daran hindert, Tatsachen zu erkennen. Deswegen ist die wissenschaftliche Methode so ungeheuer wichtig – weil man nur durch sie die menschliche Schwäche minimieren kann, Dinge und Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind, oder diese nicht zu sehen, wo aber welche sind. Bezogen auf das Experiment sollte man sich also die Frage stellen, warum man überhaupt glaubt, dass es doch einen Unterschied zwischen den Gruppen gibt, obwohl keiner sichtbar ist. Oder warum man glaubt, dass der offensichtliche Unterschied nicht auf das MWW zurückzuführen ist, sondern auf etwas anderes. Gibt es einen guten Hinweis, dass da etwas schief gelaufen ist, oder will ich einfach unbedingt ein Ergebnis haben, weil es mit meinem bisherigen Glauben oder Weltbild besser vereinbar ist?

Aus dieser Haltung heraus können die absurdesten Ideen entstehen. Bitte denkts mal drüber nach.

Und immer brav zamessen und schön grüßen ;)




Sunday, February 16, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 8 / Nix


Heute mal nix, außer die aktuellen Bilder. Keine Zeit. Morgen gibts ein paar Gedanken mehr :)


Saturday, February 15, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 7 / Tagesablauf

Tagesablauf

Auf die Gefahr hin, dass ich bis jetzt nicht genau genug erklärt habe, wie der tägliche Ablauf so ausschaut, mache ich eine etwas präzisere Erläuterung: Weil ich generell einen ziemlich unregelmäßigen Tagesablauf habe, mache ich nie alles zu genau dem gleichen Zeitpunkt. Zuerst fotografiere ich üblicherweise die Pflanzen (das ist auch das Datum und die Tageszeit, welche ich dazu schreibe). Dann stelle ich die Bilder mit „Inkscape“ zur täglichen Zusammenfassung zusammen und schreibe ein paar Zeilen dazu (manchmal bereite ich das auch schon am Abend davor vor).


Dann koche ich irgendwann die Flüssigkeiten ab, damit sie gegen Abend abgekühlt sind. Sobald diese abgekühlt sind, stellt Marlene die Flaschen nach ihrer geheimen „Regel“ in den „Verblindungsapparat“. Dann fülle ich (geheim) erst das GGW, dann das MWW mit einem Trichter in die Flaschen im Verblindungsapparat. Dann stellt Marlene die Flaschen neben die entsprechenden Messbecher. Dann wechseln die Pflanzen ihre Position um eins nach rechts. Dann wiegt eine/r von uns die Pflanzen inklusive Untertasse ab und misst die Temperatur mit einem Einstichthermometer ungefähr im Zentrum des Ballens.

Das trage ich dann in ein Spreadsheet ein. Je nach Gewicht entscheiden wir, wieviel Wasser die Pflanzen bekommen sollen (wie bereits gesagt: der Plan ist, dass keine Pflanze wesentlich an Gewicht abnehmen soll). 

Nach dem Gießen werden die Pflanzen nicht mehr gewogen, ich gehe einfach näherungsweise davon aus, dass 1 Milliliter Wasser 1 Gramm wiegt, was definitiv innerhalb der Toleranzgrenzen meiner Waage und vor allem meiner mit Lackstift gezogenen Linien auf den Messbechern liegt. Das „Nassgewicht“ und die Temperatur sind dann auch die Daten, die ich am nächsten Tag in der Zusammenfassung angebe:


Psst… Umfrage nicht vergessen!

Friday, February 14, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 6 / ein Wunder und eine neue Umfrage


Tadaa! Da beginnt man ja schon fast an Wunder zu glauben. Unser ursprünglich zum Tode verurteilte Kandidat 1.7, dem ich aufgrund besorgter Meldungen Gnade gewährt habe, scheint sich deutlich zu erholen. Ab sofort werde ich auch dieser Pflanze meine volle Aufmerksamkeit schenken. Bin gespannt, wie sie sich im Vergleich zu den anderen Pflanzen mausert.

Noch eine Umfrage


Apropos: Es wäre wahrscheinlich schlau, eine neue Umfrage zu starten, in der befragt wird, von welcher Gruppe angenommen wird, dass sie das Mikrowellenwasser erhält. Und das, bevor wir die Auflösung machen. Ich möchte nicht im Nachhinein einen Konflikt darüber provozieren, dass eine Gruppe behaupten kann, es wäre ohnehin logisch gewesen, dass Gruppe X MMW erhält, weil sie die ganze Zeit über schlechter ausgesehen habe, während die andere Gruppe meint, es gäbe gar keinen sichtbaren Unterschied.

Leider habe ich nicht so viele Daten, die ich zur Verfügung stellen kann. Eben nur die Bilder, das Gewicht und die Temperatur. Interessant wären eventuell auch mikroskopische Aufnahmen, chemische oder biologische Analysen, aber dazu fehlt mir nicht nur das Material, das Geld und die Kenntnis, ich könnte vor allem mit diesen Daten genauso wenig anfangen wie wahrscheinlich die meisten von euch. Falls jemand eine Methode definitiv vor Ort ausprobieren möchte (sei es eine ordentliche Bioresonanzmessung, eine Erpendelung der individuellen Energielinien oder eine Schicksalsermittlung per Horoskoperstellung) fühle man sich herzlich auf einen Kaffee oder Ähnliches bei uns Zuhause eingeladen, um sich selbst ein Bild zu machen. Jeder Tip für eine Gruppe wird aber normal gewertet, wohlbemerkt.

Thursday, February 13, 2014

Mikrowellenwasser: Tag 5 / Ergebnisse der Umfrage

Danke!

Erstmal ein herzliches „Danke“ an alle, die mich in dieser Sache unterstützen! Ich hätte nicht erwartet, dass sich offenbar doch so viele für Haushaltsgeräte und/oder Küchenkräuter interessieren.

Ergebnisse der Umfrage

39 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. Danke vielmals! Obwohl das mehr Leute sind, als ich erwartet habe, kann man sicher nicht behaupten, dass das Ergebnis repräsentativ für irgendeine durchschnittliche Bevölkerungsgruppe ist. Dazu bräuchte es eine viel größere Anzahl an Befragungen, ein besseres Instrument (ich kann z.B. nicht ausschließen, dass jemand öfter als einmal abgestimmt hat) und einen möglichst guten Ausschnitt einer Bevölkerung, in dem die Zusammensetzung von Untergruppen (Geschlecht, Alter, Bildung, Herkunft, usw.) in einem ähnlichen Verhältnis stehen, wie in der Gesamtbevölkerung, oder eine Möglichkeit tatsächlich zufällige Personen aus der Gesamtbevölkerung herauszupicken (Umfrageinstitute machen das meines Wissens nach oft telefonisch durch Wählen zufälliger Telefonnummern). In diesem Fall kann ich nur davon ausgehen, dass die meisten Leute, die abgestimmt haben, mir über wenige Ecken bekannt sind.

Viele werden ein vorläufiges Ergebnis vielleicht schon nach der Abstimmung aufgerufen haben, aber jetzt ist es offiziell:

  • 13 Leute sind der Meinung, dass Mikrowellenwasser für Basilikum schädlich ist, so wie das schon durch „Pravda TV“ vorhergesagt wurde, und wonach ich die Hypothese formuliert habe.
  • 26 Leute meinen, dass es für die Erscheinung der Pflanzen selbst nach zehn Tagen keinen Unterschied macht, mit welchem Wasser sie gegossen werden.
Es steht also genau 1/3 zu 2/3. Man kann das auch noch in schöne Diagramme packen, wenn man will, dann schaut das auch gleich viel professioneller aus:
Kleine Torte statt großer Worte.
Lieber ein Balken im Diagramm als ein Brett vorm Kopf.
Aus der Verlegenheit heraus, mit Diagrammen eventuell nicht genug Eindruck schinden zu können, lässt man sich schon mal was Besonderes einfallen: Hier werden die Zwischenergebnisse der Reihe nach als Liniendiagramm dargestellt.
Wer nun recht hat, wird sich erst am Tag 10 entscheiden. Hier nun die mit Spannung erwarteten aktuellen Bilder unserer sieben Schützlinge:


Um dem Ganzen noch etwas mehr Pepp zu verleihen, habe ich noch zusätzlich die Position (Pos. 1 - 7) der Pflanzen dazugeschrieben, und die Temperatur im Kern des Wurzelballens. Ich vermute leichte Standortunterschiede wie schwankende Umgebungstemperatur, die sich auf die Verdunstungsrate der Pflanzen auswirken könnte. Da die Pflanzen ja nicht exakt gleich groß sind und dadurch bestimmt unterschiedliche Stoffwechselraten haben, wäre es als verantwortungsvoller Gärtner wahrscheinlich nicht so schlau jede Pflanze stur mit der gleichen Menge zu gießen. Aber ich bin ja kein Gärtner. Ich versuche jetzt einen ungefähren Durchschnitt für alle Pflanzen zu finden, so dass keine besonders viel an Gewicht zunimmt (sodass der Ballen nicht zu faulen beginnt) und besonders keine wesentlich abnimmt (sodass die Pflanze verdurstet). 75ml war also gestern meine Wahl.

Hier noch ein paar detailliertere Impressionen von den Pflanzen.


Weil die besorgten Zurufe und Sympathiebekundugen bezüglich Kandidat 1.7 immer lauter werden, und mir auch schon die Widerstandsfähigkeit von Basilikum versichert wurde, werde ich der Pflanze mal ein ordentliches Wasserbad zukommen lassen. Ich denke, die These, dass Basilikum nach fünf Tagen ohne Wasser jedenfalls schlechter dran ist, als mit MWW können wir definitiv bestätigen. Bin gespannt, ob sie sich wieder erholt. Morgen wissen wir mehr.